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Kurz erklärt

Aktuelle Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zur Maklerprovision beim Hauskauf, zu Vorkaufsrechtsklauseln im Kaufvertrag, zur Übertragung von Grundbesitz gegen Leibrente und zur Reichweite transmortaler Vollmachten.

Was Käufer, Verkäufer und Übergeber von Immobilien sowie Vollmachtgeber aktuell wissen sollten.

BundesgerichtshofUrteil vom 16.07.2026 · Az. I ZR 111/25Maklerrecht

Maklerprovision: Halbteilung nur beim Einfamilienhaus – auf die Beschaffenheit kommt es an

Seit Ende 2020 muss die Maklerprovision beim Kauf eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung durch Verbraucher grundsätzlich hälftig zwischen Verkäufer und Käufer geteilt werden, wenn der Makler für beide tätig ist. Der BGH entschied zu einem als Zweifamilienhaus angebotenen und verkauften Objekt: Ergibt sich die Nutzung als Einfamilienhaus nicht aus der objektiven Beschaffenheit, muss der Käufer seinen entsprechenden Nutzungszweck dem Makler spätestens bei Abschluss des Maklervertrags erkennbar machen.

Was bedeutet das für Sie? Planen Sie, ein Zweifamilienhaus selbst als Einfamilienhaus zu nutzen, teilen Sie das dem Makler frühzeitig und nachweisbar mit. Maklerklauseln im notariellen Kaufvertrag besprechen wir vor der Beurkundung.
BundesgerichtshofUrteil vom 12.03.2026 · Az. III ZR 182/25Grundstückskauf

Gemeindliches Vorkaufsrecht: Klauseln im Kaufvertrag müssen eindeutig sein

Ein Notar verletzt seine Amtspflichten, wenn er eine Regelung zum gemeindlichen Vorkaufsrecht vorschlägt, aus der nicht deutlich wird, unter welchen Voraussetzungen die vereinbarten Folgen – etwa ein Rücktrittsrecht – eintreten sollen. Für die Frage, welche Regelung die Beteiligten bei korrekter Belehrung gewählt hätten, trägt der Geschädigte die Darlegungs- und Beweislast.

Was bedeutet das für Sie? Das Vorkaufsrecht der Gemeinde kann den Kauf verzögern oder verhindern. Achten Sie darauf, dass der Kaufvertrag klar regelt, was bei Ausübung des Vorkaufsrechts gilt. Wir erläutern Ihnen diese Regelungen bei der Beurkundung Satz für Satz.
BundesgerichtshofUrteil vom 24.06.2026 · Az. IV ZR 141/25Übertragung

Übertragung gegen Leibrente: Zehnjahresfrist beginnt trotz Reallast

Überträgt jemand sein Grundstück gegen eine durch Reallast gesicherte Leibrente, nutzt er es nicht im rechtlich maßgeblichen Sinn weiter. Die Frist für Pflichtteilsergänzungsansprüche (§ 2325 Abs. 3 BGB) beginnt daher zu laufen.

Was bedeutet das für Sie? Wohnrecht, Nießbrauch oder Leibrente haben unterschiedliche Folgen für Pflichtteil, Steuern und Absicherung. Die passende Gestaltung erarbeiten wir mit Ihnen im Überlassungsvertrag.
BundesgerichtshofBeschluss vom 22.05.2025 · Az. V ZB 46/24Vollmacht

Transmortale Vollmacht: Bevollmächtigter kann auch Nacherben vertreten

Ordnet der Erblasser Vor- und Nacherbfolge an, kann er einen Dritten, der nicht Vorerbe ist, durch eine über den Tod hinaus geltende (transmortale) Vollmacht ermächtigen, sowohl die Vor- als auch die Nacherben zu vertreten. Eine solche Generalvollmacht umfasst im Zweifel auch die Löschung des Nacherbenvermerks im Grundbuch.

Was bedeutet das für Sie? Eine notariell beurkundete Vorsorge- oder Generalvollmacht, die ausdrücklich über den Tod hinaus gilt, kann den Nachlass handlungsfähig halten. Die Formulierung entscheidet über ihre Reichweite.

Gesetzesänderung: Gesellschaft bürgerlichen Rechts im Grundbuch

Seit dem 1. Januar 2024 kann eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) nur noch dann als Eigentümerin ins Grundbuch eingetragen werden oder über Grundbesitz verfügen, wenn sie zuvor im Gesellschaftsregister eingetragen ist (eingetragene GbR, „eGbR“). Halten Sie Immobilien in einer GbR – etwa als Ehegatten oder Familie –, sollten Sie vor einem Verkauf oder einer Belastung die Registrierung einplanen. Mehr zum Immobilienkauf und zur Vorsorgevollmacht.

Häufige Fragen

Muss ich als Käufer die halbe Maklerprovision zahlen?

Beim Kauf eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung durch einen Verbraucher gilt grundsätzlich die hälftige Teilung, wenn der Makler für beide Seiten tätig ist. Bei anderen Objekten kommt es auf die Vereinbarungen und die erkennbare Nutzungsabsicht an.

Was ist eine transmortale Vollmacht?

Eine Vollmacht, die ausdrücklich über den Tod des Vollmachtgebers hinaus gilt. Der Bevollmächtigte kann dann auch nach dem Erbfall handeln, ohne dass zunächst ein Erbschein vorliegen muss.

Was ist eine eGbR?

Eine im Gesellschaftsregister eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Seit 2024 ist die Eintragung Voraussetzung, damit eine GbR Grundbesitz erwerben oder darüber verfügen kann.

Stand: Oktober 2026. Die Entscheidungen sind verkürzt und vereinfacht dargestellt. Sie ersetzen keine Beratung im Einzelfall; ob und wie eine Entscheidung auf Ihre Situation übertragbar ist, klären wir gern im persönlichen Gespräch. Volltexte der BGH-Entscheidungen finden Sie unter bundesgerichtshof.de.

Sprechen wir über Ihr Anliegen.

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Die Informationen auf dieser Website geben einen allgemeinen Überblick und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.